Schlaraffia
 

Als 1859 der Direktor des Deutschen Theaters, Franz Thomè, einen seiner jungen Künstler, den Bassisten Albert Eilers, in die Prager Künstlervereinigung "Arcadia" einführen wollte, wurde dieser wegen seiner Mittellosigkeit als "Proletarier" abgelehnt. Aus Protest gründeten seine Theaterkollegen einen Stammtisch, den sie spöttisch "Proletarier-Club" benannten. Daraus entwickelte sich nach manchen Umwegen und Rückschlägen die heutige weltumspannende "Schlaraffia".

Die Schlaraffen, ein Männerbund ("ausschließlich Männer in gesicherter Position"), treffen sich in der so genannten Winterung (Nordhalbkugel: 1. Oktober bis 30. April; Südhalbkugel: 1. Mai bis 30. Oktober) einmal pro Woche an einem festgelegten Wochentag in ihrer "Schlaraffenburg", dem im Stil eines mittelalterlichen Rittersaales ausgestatteten Vereinslokal, zu Sippungen. Diese Zusammenkünfte werden nach festgelegtem Zeremoniell in Form eines Ritterspieles mit wohldurchdachten Regeln in zwei Teilen "einem im Ablauf stets gleichen, auf wiederkehrende Regularien bedachten ersten und einem freier zu gestaltenden, eher künstlerischen zweiten" abgehalten. Sturmhauben, Helme und Rüstungen sind aus buntem Stoff in den festgelegten Reychsfarben, die Waffen wie Junkerdolch oder Ritterschwert zumeist aus Holz. Während der Sippungen wird sowohl der Alltag persifliert als auch durch Vorträge in literarischer bzw. musikalischer oder künstlerisch-darstellender Form “Fechsungen genannt“ das Interesse an der Kunst wachgehalten. Eine antiquierte Sprache mit eigenen Ausdrücken für alltägliche Dinge (Schlaraffenlatein) gibt den Sippungen ihre eigene, humorvolle Note. Alles außerhalb des schlaraffischen Spieles ist "profan" / die "Profanei".
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Schlaraffischer Inbegriff von Weisheit, Humor und Tugend ist der Uhu, der in jeder Burg zu finden ist. Beim Betreten derselben grüßen die Schlaraffen ihn mit einer tiefen Verbeugung, was zugleich das Abstreifen "profaner Schlacken" also das Sich-ganz-Einlassen auf das schlaraffische Spiel symbolisiert. Auch gehört eine besondere Zeitrechnung zum schlaraffischen Spiel: Im Gegensatz etwa zur Zeitrechnung nach christlichem Maßstab (n.Chr. oder A.D.) orientieren sich Schlaraffen am Gründungsjahr ihrer Vereinigung, demzufolge bezeichnen sie 2017 als das Jahr a.U. ("anno Uhui") 158.

[Textquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlaraffen, Foto: Rt Spontan, Tragegriff am Seitenteil eines Automaten im Gauselmannmuseum, Espelkamp]



Eines der Ideale der Schlaraffen ist die Freundschaft und zu diesem Thema hat Rt Nix-Nutz die folgende und wie ich finde, sehr gelungene Fechsung verfasst:

Über die Kunst, Freunde zu ertragen

Dale Carnegie schrieb vor rund 50 Jahren das Buch "Wie man Freunde gewinnt". Über die schlaraffische Freundschaft schrieb er Weiterlesen...
 



Was ist Schlaraffia!?

(Aus "Realitès Allemandes", No. 14. Fevrier 1950 , herausgegeben vom Haut Commisariat de la Republique Francaise en Allemagne.)
Die Schlaraffia ist eine der malerischsten und (lehrreichsten) bezeichnendsten Einrichtungen des heutigen Deutschland: Es ist eine Weiterlesen...
 


 

Mitteldeutsche Zeitung, Halle/Saalekreis - 08.11.2007

Männer mit Perle sagen weltweit Lu-lu

VON SYLVIA POMMERT

"Unser Tun ist nicht zu erklären", sagt Bleilaus von der Letter und lacht herzhaft. Damit hat er zweifellos Recht. Denn was sich immer mittwochs 20 Uhr in der Salzgrafenburg (die vor kurzem noch eine ganz normale Gaststätte in der Emil-Abderhalden-Straße mit dem Namen "Zum Korken" war) abspielt, erschließt sich Weiterlesen...
 


 

Aus dem ZEITmagazin Nr.1 30. Dezember 1983,

stammt ein Bericht (mit Bildern) über die Schlaraffen im allgemeinen und Reych Francofurta (76) im Speziellen.
Er beginnt: Freitag Abend, kurz vor acht Frankfurt-Oberrad, eine gottverlassenen Gegend am Stadtrand. Das Haus an der Bahnschranke hat keinen Namen. Eine Laterne...
Und kann hier heruntergeladen werden.

 


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 Reych 356. Schlaraffia® Porta Westfalica.

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