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Schlaglichter auf die 1. Sommerkrystalline des Reyches am 5. im Heumond a. U. 166

Schlaglichter auf die 1. Sommerkrystalline des Reyches am 5. im Heumond a. U. 166

„Schlaraffes dominaeque castellorum audite!“ So oder so ähnlich begrüßte professor ordinarius Fredericus Ulricus Pestelus aus dem Jahr 1750 huldvoll von der Empore des hessisch-schaumburgischenRegierungssitzes – profan Eulenburg benannt – seine Schlaraffenschar nebst Tross. Verdutzt musste er aber feststellen, dass die lateinische Sprache wohl aus der Mode gekommen war, weshalb er dann ins profane Deutsch wechseln musste. 

Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person und seines nicht allzu üppigen akademischen Werdegangs hielt er seine Hörerscharr erst einmal an, den durchlauchtigsten Landesherrn Wilhelm VIII Regierender Landgraf zu Hessen-Kassel in angemessener Weise zu huldigen. Danach machte sich die Gruppe auf, zum Kollegienplatz zu wandeln, um an der Stätte der Universität über die fast 200jährige Geschichte der academia ernestina einen kurzen und am Ende auch sehr betrüblichen Überblick zu erlangen

In unmittelbarer Nähe suchte Pestel für die deprimierten Hörer und sich göttlichen Trost durch einen Besuch der Universitätskirche St. Jacobi. Dort gab es allerlei zu berichten, z. B. über den ausgeprägten Sparsinn der Rintelner Bevölkerung, die nach einer Überflutung der Kirche 1754 diese nicht etwa wegen Einsturzgefahr abrissen und neu errichteten, sondern den Boden insgesamt um einen Meter aufschütteten. Ein Gedenken am Grabstein des wohl bedeutendsten collega Heinrich Ernst Kestner schloss diesen Teil der Vorlesung ab. Kestner kann man ohne Übertreibung als einen der Urväter der Aufklärung bezeichnen, weil er schon Ende des 16. Jahrhunderts eine einfache Analogie zur Begründung der Menschenrechte kreierte.

Der anschließende Besuch der Universitätscommisse begann zunächst mit einer Enttäuschung. Da die Wirtsstube nicht geöffnet hatte, gab es auch kein Quell und keine Lethe für die durstigen Kehlen. Jedenfalls erfuhren die Sassen dort einiges teilweise heute auch sonderbar Anmutendes über das akademische Leben, die Bräuche der kaum sechsjährigen Studenten und die Konflikte mit den Bürgern von Rinteln. Bei manchen setzte sich die Erkenntnis durch, dass man besser nicht Bürger zu jener Zeit sein wollte.

Ein Besuch der Marktkirche St. Nicolai rundete den Spaziergang schließlich ab. Vor dem Bildnis des berühmten Pastors und Professors der Theologie Josua Stegmann, der 1621 eine heute noch verkreideteEinführungspredigt hielt, verharrten die Sassen in andächtigem Gedenken und lauschten Auszügen der Predigt unter dem Titel: „Die Academia Ernestina – Paradies des Fürsten Ernst“. In einem Zeitsprung von 100 Jahren führte Pestel sodann in die große akademische Jubiläumsfeier mit Umzug, Gottesdienst und diversen Festgelagen.

Nach etwa zwei Stunden wankten die Hörer ermattet ob der vielen Eindrücke dankbar in die benachbarte Speisekammer anno 1583, wo eine reichhaltige Atzung und eine kühle Labung auf sie warteten. Pestel jedenfalls verabschiedete sich wieder in sein Jahrhundert, um sodann zurück in den Schoß seines Landesherrn in der Eulenburg zu entschwinden.

Siehe auch:

Sommerkrystalline Juli 2025

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Es begab sich eines Tages, das in UHUschweren Zeiten das Reych 356 in das Doberg-Museum der Tabakstadt ...

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 Reych 356. Schlaraffia® Porta Westfalica.

 Die Seite wurde aktualisiert am 12/2025